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Von Diyarbakır nehme ich einen Überlandbus nördlich in Richtung der Berge. Die Fahrt nach Tunceli, eine Stadt mit 33.000 Einwohnern am Fluss Munzur, dauert fünf Stunden durch überwiegend staubig-trockenes Flachland. Erst hinter Elazığ wird die Landschaft hügeliger und damit auch abwechslungsreicher. Im Vergleich zum sunnitisch geprägten, konservativen Diyarbakır ist die Atmosphäre in der Stadt, die von den Kurden Dersim genannt wird, spürbar jung und entspannt. Hier stapeln sich die leeren Bierkästen der Marke “Efes” hinter den Kneipen und die Männer laufen im Che Guevara-Stil mit unordentlich frisierten Haaren und halblangem schwarzen Bart herum.

Am Abend esse ich frischen Fisch am Flussufer im Restaurant Celal Doğan, während kurdische Tanzmusik von der Bar auf der anderen Seite einer kitschig beleuchteten 2014-08-31 19.47.17Hängebrücke herüber klingt. Am nächsten Morgen unterhalte ich mich mit Che Guevara-Verschnitt İnan, dem Freund eines Freundes von Freunden, beim Frühstück über den bevorstehenden Untergang des Kapitalismus. Dann steige ich in einen Minibus, der mich noch tiefer ins Gebirge nach Ovacık bringen wird, wo ich bei der Familie der Freundin eines Freundes von Freunden unterkomme. Die Fahrt führt über gewundene Bergstraßen immer entlang des Flusses und ist so holprig und kurvenreich, dass sich das Mädchen neben mir in eine Plastiktüte übergibt.

Eine Stunde später werde ich von Güllüzar Hanım, der Mutter der Freundin des Freundes usw., mit Küssen und Umarmung empfangen. Die resolute, kettenrauchende Frau mit den kurzen, grauen Haaren ist mir sofort sympathisch. Wir essen im Dorf zu Mittag und klären zunächst einmal, wie es überhaupt zu unserem Treffen gekommen ist. Ich beichte Güllüzar, dass ich ihre Tochter Evin gar nicht persönlich kenne, dass wir aber einen gemeinsamen Bekannten in Istanbul haben. Das scheint sie keineswegs zu stören, ich sei in ihrem Haus herzlich willkommen und könne so lange bleiben, wie ich wolle.

“Vielen Dank,” sage ich, “ich weiß das wirklich zu schätzen, leider werde ich morgen Abend schon wieder nach Dersim zurück fahren, weil am nächsten Tag mein Flug von Elazığ nach Istanbul geht” – und hoffe, damit einer möglicherweise peinlichen Situation entgegen gewirkt zu haben, denn man kann die Leute leicht vor den Kopf stoßen, wenn man die großzügig angebotene Gastfreundschaft nicht gebührlich nutzt.

“Ja, lohnt sich das denn, für so eine kurze Zeit hierher zu kommen?” fragt Güllüzar Hanım, scheint mein Zeitlimit aber zu akzeptieren.

2014-09-01 14.48.49Mit dem Taxi fahren wir nach Gözeler, wo der Munzur in diesem Jahr nicht so tosend und rauschen wie sonst von den Felsen herabfließt. Ich laufe hinter der pausenlos paffenden Güllüzar Hanım her, die sich ein ums andere Mal beklagt, wie wenig Wasser der Fluss dieses Jahr führt – “weil es kaum geschneit hat,” erklärt sie, “früher, als ich ein Kind war, da lag hier im Winter meterhoch der Schnee, die Häuser waren komplett eingeschneit.” Mittlerweile leben Güllüzar und ihr Mann İbrahim mit der Familie in Istanbul und verbringen nur die Sommermonate in Ovacık. Sie haben die Gegend in den Neunzigern verlassen, als die türkische Armee die Dörfer niedergebrannt und die Felder der Bauern zerstört hat.

Später am Abend sitze ich bei den Nachbarn auf der Terrasse und wehre mich höflich dagegen, mit gefüllten Paprika vollgestopft zu werden. Die Rettung erscheint in Form von Tante Zeynep, die mich auf einen ausgedehnten Spaziergang mitnimmt. Auch sie spricht offen über die Vertreibung der Kurden und die Verluste im Freundes und Bekanntenkreis, die sie erlebt hat. Wir streifen über die Wiesen, in der Ferne versinkt die Sonne hinter den Bergen und die einzigen Geräusche, die wir hören, sind die von Kühen oder Vögeln. Die Natur hier ist so reif, so in sich ruhend und die Stille so vollkommen, dass man sich die Gewalt und die Tragödien der frühen Neunziger nur schwer vorstellen kann.

In dieser Nacht schlafe ich tief und fest in Tante Songüls großem Haus.

Am nächsten Tag wandere ich mit ihr und İbrahim Bey durch die Mittagshitze zur Fischzucht im Dorf. İbrahim hat in der Nacht Wildschweine gejagt, weil die immer ihre Bohnen fressen. Songül erzählt mir, wie sie 1993 in die Schweiz ausgewandert ist. Ihr Mann hatte dreieinhalb Jahre im berüchtigten Gefängnis von Diyarbakır eingesessen und war bei seiner Entlassung schwer erkrankt. Wenig später starb er in Basel.

“Die Unterstützung der kurdischen Gemeinschaft dort hat mich schwer beeindruckt,” sagt sie, “von überall her sind sie zur Beerdigung gekommen, auch von Deutschland und Frankreich, sogar aus Holland.”

Ich frage sie, ob sie jemals daran gedacht hat, in die Türkei zurück zu kehren.

Songül schüttelt den Kopf. “Ich habe zwei erwachsene Töchter in der Schweiz, ich möchte in ihrer Nähe bleiben.”

Eine Weile laufen wir nebeneinander her, ihre Traurigkeit beinahe physisch spürbar. “Es tut mir sehr leid, dass ihr Mann gestorben ist,” sage ich, die türkische Phrase başınız sağolsun (“möge ihr Kopf gesunden”) nutzend.

Songül nickt und bedankt sich. “Für uns ist das anders als für euch Europäer,” sagt sie, “ihr macht mit dem Leben weiter aber wir sind emotionaler. Wenn ein Familienmitglied stirbt, dann können wir das unser ganzes Leben lang nicht vergessen.”

Als wir mit frischem Fisch und einer Tüte voll Tomaten und Paprika zum Haus zurück kehren erscheint es mir, dass die Stimmung umgeschlagen ist. Güllüzar Hanım erscheint mir gereizt als sie ankündigt, dass sie mir vor meiner Abreise noch Fisch vorbereiten wird. Sowohl sie als auch İbrahim Bey versuchen mich zum Bleiben zu überreden, während Tante Songül versucht, zwischen uns zu vermitteln: “Katharina hat doch sicher Pläne heute Abend in Dersim.” Ich bin verwirrt und müde und verweise nur auf meinen Rückflug nach Istanbul. Die sonderbare Stimmung bleibt in der Luft hängen.

Selbst als Güllüzar Hanım mich bis zur Hauptstraße begleitet, von wo ich per Anhalter bis zur Bushaltestelle fahre, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich nicht doch ihre Gastfreundschaft beleidigt habe. Sie verabschiedet mich mit einer Umarmung und einem Kuss auf beide Wangen, aber die Herzlichkeit vom Vortag scheint verflogen zu sein.

“Eigentlich sollte das kein Problem sein,” sagt der Freund von Pierre in Istanbul, als wir in der urgemütlichen Salkım Meyhanesi bei Meze und Rakı zusammen sitzen und ich ihm von meinen Bedenken erzähle. “Wahrscheinlich war ihnen einfach ein bisschen langweilig und sie waren deshalb enttäuscht, dass du sie nicht länger unterhalten hast.” Das klingt nach einer guten Erklärung und ich beschließe, es dabei zu belassen.

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Diyarbakır empfängt mich mit staubigen vierzig Grad im Schatten. Im Flughafenbus schalte ich das Data Roaming für mein Smartphone ein; eigentlich wollte ich das Ding im Urlaub so wenig wie möglich nutzen, aber ich habe eine Ausrede: Ruken, die Bekannte einer guten Freundin, wollte ein Hotelzimmer für mich reservieren und bis kurz vor meiner Abreise wusste sie noch nicht, wo ein Zimmer frei sein würde. Ich finde heraus, dass sie mich im Hotel Ertem im Norden der Altstadt untergebracht hat. Hier in der Hz. Süleyman Caddesi liegt ein Budget-Hotel neben dem anderen und ich hätte mich wahrscheinlich auch selbst nach der Ankunft um eine Unterkunft kümmern können. Die Übernachtung im Einzelzimmer mit Bad kostet 50 Lira (18 Euro) inklusive Frühstück, dafür gleicht der Raum mit der roten Ziegeltapete, der schreienden Deckenbeleuchtung und den Gitterstäben vor dem Fenster eher einer Gefängniszelle als einem Hotelzimmer.

Ich habe mich bei meinen Reisen in der Türkei daran gewöhnt, mich in jeder neuen Stadt auf den Bekannten oder die Freundin von Freunden zu verlassen und bin dabei ziemlich träge geworden. Selten mache ich mir vorher Gedanken darüber, wo ich übernachten, was ich essen und wie ich meine Zeit verbringen werde, wenn ich einmal vor Ort bin. Ruken nimmt mich dann auch noch am gleichen Abend zum Essen mit Kolleginnen ins urgemütliche Piya Mutfak Cafe mit. Sie alle arbeiten bei der südost-anatolischen Regionalverwaltung und organisieren eine Konferenz über Sozialpolitik in den kurdischen Gebieten der Türkei, die nächste Woche stattfinden soll.

Die Demokratisierung des politischen Systems ist das große Thema und so ist durchweg von “demokratischer Autonomie”, “demokratischem Feminismus” und “demokratischer Ökonomie” die Rede. Ruken gibt zu, dass die inflationäre Verwendung des Begriffs ihn etwas hohl klingen lässt, sie werden ihn aber trotzdem weiter benutzen, bis sie ein besseres Wort gefunden haben. Ich interessiere mich vor allem für das volkswirtschaftliche Konzept. Prinzipiell seien sie gegen das System des westlichen Kapitalismus, das sie als menschenfeindlich empfänden, sagt Ruken. Wenn ich an das Leben in London, die Höhle des Löwen in Sachen Finanzkapitalismus, denke – geprägt von Konsummentalität, langen Arbeitszeiten und hohen Preisen – will ich ihr Recht geben. Allerdings könne sie mir nur wenig über das alternative Modell sagen: “Nicht wirklich mein Spezialgebiet, daran arbeitet eine Kollegin von mir.”

Das Ziel scheint zu sein, die wirtschaftliche Aktivität im Kurdengebiet soweit als möglich – und mit dem Rest der Welt vereinbar – in kooperativen Strukturen zu organisieren. Etwas ähnliches erklärt mir am nächsten Tag auch der Nachtwächter von der Akademie für Frauenbildung. Mein Lieblingscafé in Diyarbakır, das Sülüklü Han Kooperatif, scheint das Prinzip zumindest dem Namen nach bereits zu leben, trotzdem bleibt die “demokratische Ökonomie” für mich etwas schwammig – aber das kann natürlich auch an mangelnden Türkischkenntnissen liegen.

Mit einer Schachtel Lokum als Geschenk – Aufschrift: “Turkish Delight”, was für allgemeine Erheiterung sorgt – schneie ich am Nachmittag im Büro der Regionalverwaltung im modernen Ofis-Bezirk vorbei. Die Frauen sind gut gelaunt, freundlich und hilfsbereit, und so dauert es eine Weile bis ich kapiere, dass sie eigentlich gar keine Zeit haben, sich um mich zu kümmern. Das wirft meine nicht vorhandene Planung ziemlich durcheinander und ich verbringe den Abend mit Köfte und einer großen Flasche Wasser in meiner Gefängniszelle, im Fernsehen eine flammende Rede des neuen Staatspräsidenten Erdoğan.

Touristenprogramm in Diyarbakır

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Frühstückscafés und Läden im Hasan Paşa Hanı

Am nächsten Tag habe ich mich von meinem Schock erholt und raffe mich auf, meine Freizeitgestaltung selbst in die Hand zu nehmen. Das touristische Diyarbakır besteht vor allem aus den Vierteln (“Mahalle”) innerhalb der alten Stadtmauer und die Orientierung ist denkbar einfach: für jede Himmelsrichtung gibt es ein großes Tor und die Sehenswürdigkeiten sind nie weit von einer der beiden Hauptstraßen entfernt, die “Suriçi” (“innerhalb der Mauer”) einmal von Norden nach Süden und von Westen nach Osten unterteilen. Die Stadt am Tigris ist steinalt, erste Siedlungen können bis ca. 3.500 v. Chr. nachgewiesen werden, und über die Jahrhunderte hat sie so unterschiedlichen Volksgruppen wie den Assyrern, Armeniern, Römern, Seldschucken und Mongolen als Stützpunkt gedient. Wegen ihrer imposanten Mauer war Diyarbakır als Raststätte für Händler entlang der Seidenstraße extrem beliebt – in den Karawansereien konnten sie sich mit ihren Waren sicher fühlen. Da viele der Erläuterungen nur auf Türkisch oder sehr spärlich auf Englisch vorhanden sind, lohnt es sich, vor einer Erkundungstour einen kostenlosen Reiseführer bei der Touristeninformation im Turm des nördlichen Stadttors oder beim Dengbej-Haus zu besorgen.

10.00 Uhr: Frühstück

In einer der alten Karawansereien, dem Hasan Paşa Hanı an der Hauptstraße Gazi Caddesi gleich gegenüber der Großen Moschee, verteilen sich heute Frühstückscafés über zwei Stockwerke. Das “Diyarbakır Kahvaltısı” ist üppig und kaum zu bewältigen: frisches Brot, verschiedene Sorten Käse, Auberginencreme, gebratene Paprika, Spiegeleier mit gegrilltem Ziegenfleisch, Joghurt und Früchte. Das Ganze ist mit zwanzig Lira nicht unbedingt billig – zumal ich mit Sicherheit den Touristenpreis bezahle – aber trotzdem sein Geld wert.

11.00 Uhr: İçkale (Die innere Burg)

Dank Sinan Bey von der Touristeninformation kann ich mich auf dem Gelände der ursprünglichen Burg von Diyarbakır umsehen, wo gerade renoviert wird. Das Archäologische Museum wird auf dem Gelände bald wiedereröffnet, die Kirche des Heiligen Georg befindet sich hier ebenso wie die Stätte der ersten Besiedelung und – natürlich – ein herrschaftliches Haus in dem Atatürk während des großen Befreiungskrieges übernachtet haben soll. Außerdem hat man von hier einen tollen Blick über das Tigris-Tal und die Hevsel-Gärten entlang des Flussufers.

12.00 Uhr: Große Moschee und Stadthäuser

Die Große Moschee von Diyarbakır hat ebenso wie die Stadt selbst eine lange Geschichte. Zuerst soll an dieser Stelle ein paganer Tempel gewesen sein und später eine Kirche, die dann mit der Ausbreitung des Islam in der Region in die erste Moschee in Anatolien umgewandelt wurde. Über die Jahrhunderte wurde sie immer wieder renoviert, von den Seldschukken, den Osmanen und zuletzt von der türkischen Regierung. Heute gehört sie zu den heiligsten Stätten des Islam.

In einer Seitengasse nördlich der Moschee können zwei wunderschöne alte Stadtvillen besichtigt werden: das Geburtshaus des Dichters Cahit Sıtkı Tarancı und die Wohnstätte des Schriftstellers Ziya Gökalp. Die Häuser wurden im für die Stadt typischen Stil aus schwarzem Basalt mit weißen Ornamenten um einen kühlen Innenhof mit Brunnen und Bäumen erbaut. Die Erläuterungen sind derzeit zwar nur auf Türkisch vorhanden, beide Museen sind aber wegen ihrer tollen Architektur trotzdem einen Besuch wert. Der Eintritt ist frei.

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Zwei Dengbeji

13.00 Uhr: Das Dengbej-Haus

In einem weiteren schönen Stadthaus südlich der West-Ost-Achse Melik Ahmet Caddesi ist das Mala Dengbejan – das Dengbej-Haus –  untergebracht. Die Dengbeji sind kurdische Volksliedersänger, Vertreter einer jahrtausendealten Tradition, in der die Mythen des Volkes nur mündlich überliefert wurden. Zur Bewahrung dieses Erbes wurde mit Unterstützung der EU eine Stiftung gegründet und hier im Dengbej-Haus treffen sich die Männer (nur sehr wenige Frauen sind bislang als Dengbeji tätig geworden) um zu singen und beim unvermeidlichen Tee zusammen zu sitzen. Besucher müssen keinen Eintritt zahlen und können den Sängern solange zuhören, wie sie wollen.

14.00 Uhr: Die Assyrische Kirche der Hl. Jungfrau Maria

An Kirchen verschiedener christlicher Glaubensrichtungen ist Diyarbakır nicht arm und als erstes besichtige ich die Kirche der Hl. Jungrau Maria in der Ana Sokak, nicht weit vom Dengbej-Haus. Die Kirche ist angeblich auf der Stätte eines ehemaligen Sonnentempels erbaut und wird aktuell noch von Glaubensanhängern der Assyrischen Kirche des Ostens genutzt. Der Eintrittspreis beträgt zwei Lira.

14.30 Uhr: Entlang der Stadtmauer zur Ziegenbastion

Ich gehe die Hauptstraße Melik Ahmet Caddesi bis zum Urfa-Tor hinunter und laufe dann auf der Turistik Sokak an der Stadtmauer entlang. Die Mittagshitze brennt mir auf den Kopf, außer der Mauer und einer langgezogenen Parkanlage gibt es nicht viel zu sehen. Erst am südlichen Mardin-Tor lohnt es, auf die “Keçi Burcu”, die Ziegen-Bastion, zu steigen: von hier öffnet sich ein toller Blick über das Tigris-Tal bis zur Ongözlü Köprüsü, der Brücke mit den zehn Augen, die angeblich bereits im Jahr 500 v. Chr. erbaut wurde.

Sülüklü Han

Pause im Sülüklü Han Kollektif

15.00 Uhr: Pause im Sülüklü Han Kollektif

Wegen des üppigen Frühstücks lasse ich das Mittagessen sausen, mache aber eine Pause im Sülüklü Han, dem Innenhof einer weiteren ehemaligen Karawanserei. Die Atmosphäre ist entspannt, die Luft kühl. Hier wird auch der lokale Wein ausgeschenkt, allerdings nicht mehr als zwei Gläser pro Person.

16.00 Uhr: Eine katholische und eine armenische Kirche

Nicht weit vom Sülüklü Han, in einer Seitengasse südlich entlang der Gazi Caddesi, sind die katholische Mar Petyun und die armenische Surp Sarkis Kirche. Wegen ihres für mich ungewöhnlichen Baustils finde ich beide Kirchen einen Besuch wert, halte mich aber nicht zu lange darin auf. Die katholische Kirche kostet wieder zwei Lira Eintritt, die armenische Kirche, die erst kürzlich renoviert wurde, kann kostenfrei besichtigt werden.

Sipari

Sipari Çarşı

17.00 Uhr: Shopping im Sipari Çarşı

Der Sipari Markt südlich der Großen Moschee ist eine gute und günstige Adresse für den Kauf von Kleidung, Stoffen und anderen Mitbringseln. Die findet man zwar auch im Hasan Paşa Hanı, allerdings zu einem wesentlich höheren Preis.

18.30 Uhr: Abendessen

Zum Abendessen gehe ich ins Diyarbakırevi, das eigentlich eher ein Frühstückscafé ist. Entsprechend begrenzt ist hier mit Mantı oder Börek auch die Auswahl, aber ich habe ohnehin nur Lust auf einen kleinen Snack. Stilvoller wäre natürlich ein Dinner am Ufer des Tigris – gleich bei der Brücke mit den zehn Augen sind mehrere Open Air-Restaurants und der Sonnenuntergang soll sehr romantisch sein – aber ich habe kein Auto und als Alleinreisende würde ich mich irgendwie fehl am Platz fühlen. Das nächste Mal also mit Freund…

20.00 Uhr: Nachtleben in Diyarbakır

In Diyarbakır gibt es vor allem in der Ofis-Gegend außerhalb der Stadtmauer zahlreiche Live-Musik-Bars, Restaurants und Cafés. Minibusse fahren von der Haltestelle gleich beim nördlichen Stadttor, die Fahrt dauert fünf bis zehn Minuten.

Stadtmauer

Der Weg von Esenyurt, einem Mittelschicht-Vorort von Istanbul, in die Stadtmitte führt über die E5, die notorisch verstopfte Autobahn von Europa nach Asien. In Yenikapı nehme ich mir ein Taxi nach Fatih, wo ich die nächsten Tage bei Freunden verbringen werde.

Der Taxifahrer kommt aus Diyarbakır, kann aber wenig Interesse dafür aufbringen, dass ich in seine Heimatstadt reisen werde. Stattdessen fragt er mich, ob ich Muslimin bin. Ich packe wieder meine weiße Lüge aus: “Nein, ich bin Christin.“ Für ihn sei der Koran der Wegweiser, sagt er, was denn für uns wichtig sei. “Die Bibel,“ sage ich, “vor allem das Neue Testament. Das Leben Jesu.“ Der Fahrer erklärt mir, dass der Koran das letzte an die Menschen gerichtete Wort Allahs ist und Mohammed der letzte von Allah gesandte Prophet. Soviel verstehe ich noch, für die weiteren Ausführungen fehlen mir die Sprachkenntnisse und ich nicke nur in seinen Rückspiegel.

Plötzlich hält der Fahrer inne und sieht mich erwartungsvoll an. Offenbar habe ich eine Frage verpasst.

“Wie bitte?”

“Ob ich für dich beten soll.”

Ich zucke mit den Achseln. “Wenn du willst.”

“Ich werde zu Gott beten, dass du Muslimin wirst,” sagt er.

“Okay,” sage ich.

Dann erreichen wir das Goldene Horn. Ich danke dem Fahrer für seine zweifelsfrei gut gemeinten Wünsche und steige aus.

“In den letzten paar Tagen habe ich erstaunlich viele Gespräche über Religion geführt,” sage ich zu Pierre, als wir bei einer Tasse Tee im hyperkonservativen Fatih auf der Dachterrasse sitzen. Hier tragen die Frauen Kopftuch und nur die Männer gehen ins Café.

Er nickt. “Die Türkei hat sich ganz schön verändert in den letzten zwei Jahren, wirst sehen. Letztens, als Marie und ich im Park waren – sie hatte so ein Shirt mit Spaghettiträgern an – kommt so ein kleiner Knirps von vier Jahren an und sagt ‘Abla, so kannst du aber nicht rumlaufen!’. Stell dir das mal vor!”

Das Bild, das Pierre von der Stimmung in der Türkei zeichnet, ist kein freundliches. “Politisch fragmentiert war das Land immer schon, aber jetzt ist so eine üble, faschistische Note dazu gekommen. Da ist kein politischer Diskurs mehr, die einen beschimpfen die anderen als Alkoholiker und Kinderschänder. Wenn du nicht für sie bist, dann bist du automatisch gegen sie.”

10623375_286754778196902_4117353932675877052_oIn Istanbul habe er ständig das Gefühl, das Fass sei kurz vorm Überlaufen, sagt Pierre. Die Fremdenfeindlichkeit habe enorm zugenommen seit vermehrt syrische Flüchtlinge in die Stadt strömten und die sozialdemokratische CHP, traditionell ausländerfreundlich und pro Asylsuchenden eingestellt, nutze das, um die AKP zu verunglimpfen – schaut, was Erdoğan uns da eingebrockt hat.

“Überall in der Stadt siehst du jetzt obdachlose syrische Familien, Mütter mit vier, fünf Kindern am Rockzipfel, die um Geld betteln. Viele von den Kids sind ohne Aufsicht, schwer traumatisiert und rotten sich in Gangs zusammen. Und wer da noch alles über die Grenze kommt, ist unkontrollierbar. Assad wird seine Leute genauso in die Türkei einschleusen wie ISIS.”

Für ihn rieche das nach einem ähnlich giftigen Gebräu aus Not, Hass und radikalen Ideologien wie es in Mitteleuropa um 1932 in der Luft gelegen haben muss.

Ich treffe meine Freundin Zeynep zum Mittagessen. Zeynep ist religiös und hat sich dazu entschieden, Kopftuch zu tragen. Gleichzeitig ist sie eine moderne Frau, die als IT-Managerin bei einem Versicherungsunternehmen arbeitet – und der erste Mensch, den ich in Istanbul treffe, der sich nicht mit mir über Religion unterhalten will. Stattdessen sprechen wir über Männer, Reisen und türkisches Essen.

“Hast du dir schon mal Gedanken gemacht, ob du wieder in die Türkei kommen willst?” fragt sie.

“Ja,” sage ich zögerlich und denke an das Schreckensbild, das Pierre gezeichnet hat. Und das sich mit der Einschätzung anderer türkischer Freunde deckt, die das Ganze aus dem Ausland, aus London oder Zürich, verfolgen.

Abends sitzen wir wieder auf der Dachterrasse. Metin findet, dass Pierre maßlos übertreibt. Die beiden streiten sich freundlich, ohne auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, während Marie immer wieder versucht, das Gespräch in eine konstruktive Richtung zu lenken. Ich fühle mich an ein Buch von Stefan Zweig erinnert (“Die Welt von Gestern”) in dem die Leute noch fröhlich diskutierend in Wiener Cafés herumsaßen als die Braunhemden in München schon Terror auf den Straßen verbreiteten. Ich verstehe nicht viel von der Diskussion, die auf Türkisch geführt wird, und irgendwann schalte ich ab. Ich schaue auf die hell erleuchtete Moschee in der Ferne, beobachte die Katze, die zufrieden blinzelnd auf dem Balkongeländer sitzt und frage mich, ob das alles in weiteren zwei Jahren noch genauso aussehen wird.

Ich verstehe noch nicht, dass ich Urlaub habe – mein Kiefer, mein Kopf: verspannt. Am Londoner Flughafen Gatwick kaue ich Nüsse und mache mir Sorgen um meine Gesundheit, um ISIS, um den Kurdenkonflikt. In der Wartehalle ist die Hölle los. Die Duty Free Läden schreien mir ihre grelle “Kauf mich!” – Werbung ins Gesicht. Ein paar Meter von mir entfernt streitet sich eine Frau mit jemandem übers Telefon. Nein, das fühlt sich ganz und gar nicht nach Urlaub, Ruhe und Entspannung an.

Gate Nummer fünfzig. Die Leute quetschen sich durch die Business in die Economy Class. Ich lasse mich zwischen zwei türkische Noch-nicht-mal-Teenager plumpsen. Der Junge war gerade acht Wochen in Eastbourne beim Englischkurs, protzt mit seinen Sprachkenntnissen, spielt mit seinem iPad oder tippt auf dem iPhone herum. Was ich von den Gezi-Park-Demonstrationen halte, fragt er mich. Ich habe keine Lust, mich mit einem Minderjährigen auf eine politische Diskussion einzulassen.

“Naja, Istanbul hat eh zu wenig Grünflächen,” sage ich.

“Zu wenig Grünflächen!” schnaubt er, “muss man deswegen Fensterscheiben einschmeißen und Polizisten verprügeln?”

Ich beiße mir auf die Zunge.

“Überhaupt ging es dabei ja gar nicht um Bäume,” sagt er.

“Nein,” stimme ich zu, “es geht nie um Bäume, sondern um Macht!”

Er nickt eifrig. “Genau, um Macht!”

Ich bin erleichtert, dass er das Fußballspiel auf seinem iPad nun interessanter findet als unser Gespräch.

Das Mädchen kommt aus Gaziantep und redet gern. Ich will mich in mein Buch vertiefen aber sie hört nicht auf, mich voll zu quatschen. Mein System ist an so viel Kommunikation nicht mehr gewöhnt, nachdem ich in London manchmal das Gefühl habe, zwischenmenschlich zu verdursten. Das Mädchen hat ein gewinnendes Lächeln. Ich gebe nach und stecke das Buch in den Rucksack.

Welcher Religion ich angehöre, fragt sie mich. Mein Türkisch reicht nicht dazu aus, um zu erklären, was ein Agnostiker ist. Außerdem habe ich mal gehört, dass man in den Augen eines Moslems als Christ lediglich als jemand angesehen wird, der die Sache noch nicht ganz kapiert hat, wohingegen ein Ungläubiger wirklich das Letzte ist. Also besinne ich mich auf meine Wurzeln und entscheide mich für eine weiße Lüge: “Ich bin Katholikin,” sage ich ihr.

Was ich fühle, wenn ich in die Kirche gehe, will sie wissen. “Ruhe,” sage ich, “und Gemeinschaft.” Das ist nicht mal gelogen, aber sie scheint mit der Antwort nicht recht zufrieden zu sein.

“Ich habe immer ein Gefühl wie von einer anderen Welt,” sagt sie und verdreht die Augen, sodass ich nur noch das Weiß des Augapfels sehe.

Der Junge unterbricht uns indem er fragt, ob ich ihm im Duty Free Shop Zigaretten kaufen kann. Für seinen Vater, sagt er. Ich habe keine große Lust dazu und erfinde auf englische Art eine dünne Ausrede. “Macht nichts,” sagt er, “ich werde schon jemanden finden.”

Und dann Istanbul.

Seit zwei Jahren war ich nicht mehr hier. Der Smog der Stadt legt sich wie feuchter Schimmel auf meine Haut. Die Sonne des Südens – so anders als IMG_9915die matte Scheibe am englischen Himmel – strahlt in ihrer Korona aus Rot-Rosa-Orange. Im Taxi fahre ich über die Autobahn an endlosen Vororten vorbei und versuche mich zu erinnern, wie es beim letzten Mal ausgesehen hat. Ich bin mir sicher, dass es noch nicht so viele Hochhäuser und glänzende Shopping-Center gab.

“Ja,” sagt meine Freundin Bettina, “die Stadt wächst weiter wie blöd!”

Bettina ist jetzt glückliche Mutter und geht mit richtiger Freude in ihrer neuen Rolle auf. Ich genieße es, in ihrer schönen Wohnung in Esenyurt auf der Couch zu liegen und dem Baby beim Brabbeln, Bettina beim Singen zuzuhören. Ich fühle, wie die Anspannung langsam aus meinen Gliedern weicht.

“Wann fährst du weiter in den Osten?” fragt sie mich.

“Ich weiß noch nicht,” nuschele ich – im Moment kann ich mir ebenso gut vorstellen, zwei Wochen nur auf dieser Couch herum zu liegen.

“Was machst du da eigentlich?”

“Recherche für meinen Roman” – Bettina zieht die Augenbrauen hoch und nickt anerkennend – “… an dem ich seit fünf Jahren schreibe,” füge ich ehrlicherweise hinzu.

Ich genieße es, früh ins Bett gehen zu können. Früher wäre ich bei dem Gedanken, am ersten Abend in Istanbul in einem Vorort auf der Couch zu hocken ganz zappelig geworden. Gleich zum Taksim, Freunde treffen, ein paar Efes in uns rein schütten und Zigaretten rauchen, obwohl wir eigentlich damit aufgehört haben. Aber so viele Freunde sind gar nicht mehr hier und die, die ich noch kenne, arbeiten viel und haben keine Zeit  für Parties. Und ich habe sowieso keine Lust drauf. So ist das also, wenn man auf einmal über dreißig ist.

Was mich in Istanbul immer fasziniert hat sind die Ausblicke. Ich meine nicht die herrschaftliche Aussicht vom Galata-Turm über Sultanahmet und den Bosporus, sondern die eigentümliche Kulisse der Istanbuler Vororte mit ihren bei Nacht schemenhaften Hochhäusern und strahlenden Fenstervierecken, der Straßenverkehr, der unermüdlich weiterfließt als Kette kleiner Lichtpunkte, die Endlosigkeit, die hier jedoch nicht befremdlich sondern beinahe gemütlich wirkt – eine freundliche Anonymität, in der man sich sorglos zergehen lassen kann. Der eintönige Straßenlärm dringt einschläfernd durch das Fenster herein. Und morgen, morgen muss ich endlich einmal nicht aufstehen, kann einfach liegen bleiben und weiter schlafen…

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Now this is a little gem in the centre of crazy busy London: the Zen garden on the roof of the Brunei Gallery at the SOAS campus. Not that you wouldn’t be aware of the city around you; traffic noise is still audible up here, but I love the fact that a place for quiet contemplation has been created in the middle of Holborn.

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Planting has been kept to a minimum [...] Various types of stone are used in the garden: a sweeping curve blends the original rectangular sandstone with the irregular green slate; the central area of raked silver grey granite chippings has regular slabs of basaltic rock alluding to a bridge over flowing water; the island stones in the gravel areas are Larvikite from Norway; dark grey pebbles from a contrast in colour and texture to the formal granite edging and to the chequerboard planting.

(from the SOAS website)

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The Brunei Gallery itself is a unique little exhibition space. Whenever I have half an hour or so to spend in the area I go visiting on the off chance that something interesting is going on and so far I’ve never been disappointed. The concepts are unusual and often surprising: currently there is a photographic exhibition on Uyghur shrines in northwestern China on display and roughly a year ago they showed a fantastic collection of papers and textiles from all around the world.

The exhibitions are usually small so even with very little time at your hands it is well worth a visit. If you would like to spend more time at the gallery check out if they have any special events running. In any case: go and enjoy.

I’m still not quite sure what it is that has happened over the last few days but this morning when I was washing the dishes in the large communal kitchen tears started welling up inside me and I felt a deep velvety sadness about leaving this place. I had spent less than a week at The Barn in Sharpham with a group of ten other people I had never met before in my life. It is astonishing how quickly you can build bonds as a community when you do the right things together: meditate, work on the land, prepare food, eat, communicate openly without using sarcasm as a shield, sing, and be silent.

IMG_9602The retreat house is a beautiful old stone building set on a hillside amid woodland and open fields. I arrived late afternoon on Sunday, chose my room (“The Owl”) and had a cup of tea with the rest of the group in the sitting room overlooking the valley and the river below. I don’t think I had any particular expectations before I came – I just felt stressed out and was looking forward to a week without my mobile phone and the daily commute to the office. I was also hoping to progress a bit in my daily meditation practice without knowing what that actually meant to me. I felt relieved that the other retreatants seemed to be very normal people – or as Paul put it on our last day: “I’m glad you were not a bunch of hippies.”

The days at The Barn went quietly yet were filled with very nurturing experiences. Good conversations, heart-felt smiles, beautiful food, walks in the country. Every morning we got up at 6.20 am in complete silence and started the first mediation session at 6.50 am. After that we worked in the house until breakfast was ready around 8 am but kept silent until 9 am. In the mornings we did some gardening or other tasks around the house. I really liked working in the polytunnels, the hot and humid micro-climate and the smell of wet soil. A second sitting started at 12.20 pm. Lunch was prepared each day by two of our group and we all ate together. The afternoons were free until evening meditation, on some days teachers came to the house and gave talks. Silence started again at 9 pm.

IMG_9557Wednesday was “Silent Day” where we didn’t speak with each other at all. That doesn’t mean that there was no communication. It was my turn to prepare lunch together with Barry and we used sign language and little hand-written notes to co-ordinate what we were doing. Having lunch silently didn’t feel that strange actually but when we gathered around the table in the evening each with our bits and bites to eat I felt a bit awkward for the first time. What do you do when small talk is not an option? I admit I left the table earlier than I normally would have and went for a walk up the hills from where I had a beautiful view over the river. All in all the day had gone by easily and I felt very present. I remember the grass glittering silvery in the evening sun and there was no sound but the wind.

By the end of the week I felt very much at home at The Barn. Before I came I had wondered if I would feel resistance against the schedule, the meditation, maybe even the people, but nothing of that happened. Quite the opposite I felt I could easily have stayed longer, working, eating and meditating with the same group of people around me every day. I had always been very skeptic about communal living but now, for the first time, I felt it was actually possible. Jane told me about her own ideas to create a beautiful community somewhere in the countryside. It’s not an easy decision though to invest in a vision like that. For me it resembles a leap off a steep cliff.

On our last evening we shared our thoughts about what we would take with us from the retreat. I felt very grounded and very much like IMG_9564myself. No major revelations over the course of the week, I said, but things that had been lurking in the shadows, things I had somehow been aware of but not acknowledged or not taken seriously had started stepping out into daylight. I thought it was good to be clear about things and then work on them when back home.

And on the way “back home” it hit me. Yes, things had become clear to me but what that really meant I only understood when the panic inside me was growing while the train was approaching Paddington station. I didn’t want to put on this London persona again with her blow-dried hair, false smiles and hectic busyness; the persona that I had peeled off my skin layer by layer, silenced by keeping silent, starved through acceptance of myself. I have uncovered this shy little self again that isn’t interested in pension plans, Groupon deals or spring sales. I have nurtured it, petted it and encouraged it to man up a bit. I hope it won’t go to sleep again and I’m excited to see where it will take me. But I have a feeling things will not become easier. It might take a leap off a cliff, even if a tiny one.

IMG_9507I’d always imagined Totnes in Devon to be the most amazing place in the UK after I’d read an article about how its inhabitants had successfully fought against Costa Coffee wanting to open up a branch on their high street. With a considerable number of independent coffee shops – all fair trade, organic, you name it – the little town is probably oversaturated with caffeine anyway. The principle that the unique appearance of the main road leading from the Norman castle on top of the hill down to the river bank should not be spoilt by generic high street brands only seems to apply for coffee shops though, as the Totnesians do not seem to have a problem with a branch of Superdrug, SPAR or WH Smith on that same street.

Eventually, to get away from it all, my boyfriend and I went to Totnes for an Easter weekend break. We had expected a very laid back place far away from London’s mega-consumerism but munching our £8 fair trade organic vegan lunch in one of the 27 independent coffee shops my partner says: “I’m a little bit disappointed, actually. I expected it to be less …” – “… less commercialised?” I ask. He nods. Prices for a cup of coffee or a light lunch are more or less the same as in London, even though you are a 3 hours train ride away from the big city. The atmosphere resembles that on a Saturday afternoon in one of the nicer suburbs, take Wimbledon, for instance, or Richmond and add an alternative touch such as vintage wooden chairs and vegetarian IMG_9522cookbooks on handmade shelves.

I would probably not consider going back if it wasn’t for nearby Dartington, another place I’d been wanting to visit for a long time. The huge estate is just a lovely 20 minutes walk along the river from Totnes. Dartington Hall, set on a hill side, is surrounded by woodlands; there is a café, a pub, a cinema, and the beautiful gardens. The trust managing the estate works in three broad areas – the arts, social justice and sustainability, and innovative programmes and events are run throughout the year. The Schumacher College offering short-term and long-term courses for sustainable living is also located on the grounds. From the Hall we walk further up the hill, stroll through the forest and along the river. It is a beautiful late afternoon with golden sunlight touching the preternaturally green grass, a scenery looking slightly photoshopped.

IMG_9540Instead of heading up the high street when we arrive back in Totnes we turn left and walk across the river into what is called Bridgetown. The “Albert Inn” just by the main road looks like a proper local – dark wooden interior, stained carpets, three drunk people leaning against the bar; one of them, the chatty one, tells us about the on-site brewery, the live music gigs and the beer garden behind the house which is where we are headed once we hold our pints of local ale and cider in our hands. This is where we will go straight away when visiting next time we both agree.

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